Killerspiele

On 31. März 2011 by minorLeo

Da in letzter Zeit wieder einmal mehr und mehr, das Thema „Killerspiele“ in den Medien auftauchen und nun unsere werten Politiker und Politikerinnen sogar eine LAN-Party zu Testzwecken veranstalteten, damit sie sich ein Bild davon machen konnten, bin ich (minorLeo) geneigt auch mein eigenes Statement zum Thema abzugeben.

Immer wenn ich dieses schöne Wort „Killerspiele“ höre, schwillt mir der Kamm…

Ja es gibt Spiele, in denen man mit Pistolen und Gewehren, oder mit Messern, oder mit der Hand oder anderen Gegenständen seine Gegner ausschalten muss.

Es geht trotz der vorerst vorherrschenden Gewalt aber trotz allem um Geschicklichkeit, Strategie und auch Reaktion.

Die Frage ist: „Wo fängt ein Killerspiel an, wo hört es auf und wer sollte so etwas spielen dürfen?“

Netterweise gibt es Institutionen, die sich um Altersfreigaben kümmern. Diese Institutionen schätzen also Spiele nach sexuellem und gewalttätigem Inhalt ein, um die Jugend zu schützen. Diesen Gedanken unterstütze ich in vollem Maße! Die Jugend sollte manche Spiele auch wirklich nicht spielen, auch wenn ich der Meinung bin, dass kein „Killerspiel“ aus einem klar denkenden Menschen einen echten Killer oder Amokläufer machen kann.

Was tun wir also mit den netten Spielen, die ab 16, 18 Jahren bzw. ohne Jugendfreigabe auf den Markt kommen? Die Erwachsenen können in den Laden gehen, bzw. im Internet den Artikel in den Warenkorb legen und das Spiel kurze Zeit später auch spielen. Tolle Sache!

ABER ES GIBT EIN PROBLEM:

Da hat man zuhause ein 13-jähriges Kind (symbolische Altersangabe), das ja sooooo gerne das neue Battlefield 3, oder Crysis 2, oder Dead Island, oder irgend ein anderes Spiel haben möchte, das nicht für die Altersgruppe des Kindes freigegeben wurde. Was machen viele Eltern und/oder Verwandte? Klar! Sie gehen in den Laden und kaufen das Spiel…

Zuhause angekommen, darf das Kind dann mit dem Spiel Dinge tun, das eigentlich durch ein Institut von Spezialisten nur für Personen freigegeben wurde, die deutlich älter sein sollten… Es ist doch aber viel bequemer diese Spiele zu verteufeln, damit sie nicht mehr erscheinen und man als Elternteil bzw. Verwandter nicht dieses böse Wort: „NEIN“ erwähnen braucht und man somit auch noch einer Diskussion mit dem wohl erzogenen Kind aus dem Weg geht.

Haben nicht die Eltern Schuld an dem Problem „Killerspiel“? Verletzen sie nicht ihre Aufsichtspflicht? Sollten Sie nicht dafür sorgen, dass Ihr Kind an die frische Luft geht und/oder mit altersgerechten Spielsachen spielt? Wie kann es denn sein, dass die Menschen, die über 18 Jahre sind (wie ich), dafür bestraft werden, indem Spiele nicht erscheinen dürfen bzw. völlig entschärft und damit nicht selten verschlechtert werden?

Wenn das 13-jährige Kind nach einem extremen Horrorfilm fragt, was machen diese Eltern dann? Was ist wenn dieses Kind dann auch noch einen Hardcore-Porno verlangt? Kauft das dann die Mama, der Papa oder eine andere Person für das Kind, damit es keine Diskussionen oder Quengelei gibt? Und wenn das Kind auch noch ein schönes großes Fleischermesser haben möchte? Klar, kaufen wir!

Unfassbar!…

Aber es ist doch auch allzu einfach, den Fernseher, die Playstation, die Xbox, den PC oder sonstige Unterhaltungselektronik als virtuellen Babysitter zu nutzen. So kann man dann in Ruhe mal etwas anderes machen (*IRONIE*).

Wäre es den Eltern denn dann auch egal, wenn wilde Pornos oder Gewaltvideos vom Kind geschaut werden? Sind dafür nicht auch die Eltern verantwortlich? Wo bleibt der Bezug zur Realität? Sollten nicht lieber die Eltern in ihrer Aufsichtspflicht kontrolliert werden??

Ich als erwachsener Spieler, der auch bereits mit knappen 10 Jahren angefangen hat, verschiedene Spiele zu spielen (darunter auch Killerspiele aber mit C-64 Grafik…), kann mich nur wundern über unsere eh schon verrückte Gesetzgebung. Warum werde ich als Unschuldiger damit bestraft, dass ich bestimmte Spiele nicht oder nicht vollständig spielen darf? Warum gibt es Diskussionen, bei denen Killerspiele unter ‚Strafandrohung’ stehen sollten? Warum?

Mein Wunsch zum Thema „Killerspiele“ ist:

  • Strenge Kontrolle der Eltern in ihrer Aufsichtspflicht.
  • Die Lehrer in den Schulen sollten bessere Aufklärung betreiben und damit herausfinden, welches Kind in der Klasse unpassende Spiele spielt.
  • Für wirklich gewaltverherrlichende Spiele sollte ggf. noch eine weitere Einstufung (z.B.: ab 21 Jahre) gesetzlich vorgeschrieben werden.
  • Und ein ganz klares Verbot des Wortes: „Killerspiel“!

Und unsere tollen Medien, seien es die privaten Kanäle oder besonders unsere staatlichen Kanäle berichten dann mit wahrhaft grauenhaften Spekulationen und sogenannten Fakten, die unwahr bzw. widerlegt oder einfach frei erfunden sind!

Und dort sitzen dann die Eltern „in der ersten Reihe“! Klasse… Verkehrte Welt, oder?

Ein schönes Beispiel für die Medien ist folgendes Video:

7 Responses to “Killerspiele”

  • Ich muss dir zustimmen, diese Bezeichnung und die Debatten um das Thema sind mir inzwischen unverständlich. Und was dann das (wohlgmerkt) staatliche Fernsehen sowas macht…….von Privatsendern, wie RTL hätte ich so einen reaktionären Mist erwartet, aber so schießen die ja den Vogel ab.
    Und das dann immer gleich alles in einen Topf geschmissen und als „Killerspiel“ abgestempelt wird wird ist ja wohl die Höhe. Aber so ist das wohl, wenn Leute weit jenseits der 50 ohne Ahnung von der Materie über Verbote von sowas sprechen.

    Ich kenne nur ein nicht-indiziertes bzw. verbotenes Spiel, das in dieser Debatte berechtigterweise Staub aufgewirbelt hat, und das ist „Modern Warfare 2″. Wie sie einfach so diesen Flughafen-Level entwickeln konnten als die ganze Community zugesehn hat ist mir schleiherhaft. Zumindest bei diesem Spiel dürfen wir Spieler uns auch mal an den Kopf fassen und uns einiges anhören.
    Denn wir hätten spätestens an dieser Stelle, an der INFINITY WARDS den sowieso schon überkritischen und verfälschenden Medien (siehe Artikel) soviel Zündstoff gegeben hat, selbst mal den Mund aufmachen müssen, und was ist passiert…….“der wohl bestverkauft Ego-Shooter aller Zeiten“ (bis jetzt) ist erschienen, über den Preis (nicht den im Laden) denkt keiner nach.

    Dennoch denke ich ist die ganze Geschichte mit dem Jungendschutz, wie Leo schon richtig gesagt hat vor allem eine Sache des Erziehungsauftrags und nicht die der Spieler, die sich den Begriff „Killerspiele“ immer wieder anhören und sich rechtfertigen müssen PUNKT

  • Hi Zyniker,

    ich gebe Dir auch recht, durch die unendliche Debatte mit den „Killerspielen“, geraten Shooter-Freunde immer wieder in diese unnötigen Diskussionen und müssen sich rechtfertigen…

    Die von Dir angesprochene Aktion bei „Modern Warfare 2“ empfand ich auch nicht als passend, schon gar nicht während diesen Killerspiel-Debatten, allerdings bin ich trotzdem der Meinung, dass auch so etwas dargestellt werden darf, denn in Aktionfilmen sieht man so etwas ähnliches auch immer wieder, aber da stört sich keiner dran denn es ist ja schon „normal“. Leidtragende sind die normal denkende Spielergemeinde…

    Die angesprochene Szene empfinde ich, wie gesagt, persönlich aber auch als eher negativ, dennoch bin ich der Meinung, wer so etwas absolut nicht sehen mag, soll sich „Sims“ oder „Lemmings“ kaufen und nicht alle Shooter verteufeln und gleichzeitig auch die Spieler.

    Generell sollte man dem erwachsenen Volk aber so viel Gehirn zutrauen, dass sie selbst entscheiden können, was sie sehen wollen und was nicht. Es wird aber die Aufsichtspflicht nicht unter die Lupe genommen und das sehe ich als Falsch an.

    Lieber das Symptom bekämpfen, als die Ursache ; so scheint die Meinung der Politiker zu sein, abgesehen von den tollen Wahlkampfstimmen, die sie dafür von den Unwissenden ernten…

    Vor allem muss dann mal wieder die Frage gestellt werden:
    War damals der „Microsoft Flight Simulator“ auch ein Killerspiel? Denn dort konnte man den kompletten Anflug auf die TwinTower nachstellen bzw. üben, bei dem leider 2602 Menschen starben… Gibt es so viele Tote durch irgendein sogenanntes „Killerspiel“?

    Sicher kann man auch Spiele wie „Die Sims“ und andere Games für irgend eine kranke Sache missbrauchen, die uns derzeit noch nicht einfällt, aber ist denn da nicht schon etwas bei der praktizierenden Person nicht in Ordnung…?

    Ist „Lemmings“ nicht auch ein Killerspiel? Ich erinnere mich dunkel daran, dass man diese süßen kleinen Tierchen sogar mit einer Atombombe ins Nirvana schicken kann, ganz abgesehen von „Worms“… Grauenhaft… Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, mit „Worms“ mal einen Raketenangriff zu üben… Dann kommt das auch gleich auf den Index… 😉

  • Langsam artet das hier in eine wissenschaftliche Debatte aus.
    Bald taugt dieser Artikel zur Aufklärung über die Missstände. 😀

  • Auch ein nettes Statement aus einem anderen Forum:

    Wenn einer Amok läuft ist es immer ein Egoshooterspieler. Aber wenn wer Holzblöcke von einer Brücke schmeisst, sagt niemand was gegen Tetris…

  • Haha, sehr makaber, aber das trifft´s ziemlich genau! 😀

  • jawoll… das trifft das blaue.
    wie ihr schon erwähnt habt… tetris, worms, sims, lemmings…
    auch nix für das junge zeitalter. um beim thema zu bleiben.
    kill mich mit nem holzblock, nem messer, ner ak oder nem wattebausch…

    the same…..

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